Verein zur Erhaltung der Stiftskirche

Der Stiftskirchenförderverein wurde gegründet, als die evangelische Kirchengemeinde Herrenberg vor einer fast unlösbaren Aufgabe stand: Die Standfestigkeit der Herrenberger Stiftskirche war durch Jahrhunderte dauernde Bergbewegungen in Gefahr geraten. Nur eine grundlegende Sanierung konnte helfen.

 

Gründung des Vereins

In dieser Situation im Jahr 1974 entwickelte sich eine landesweite und konfessionsübergreifende Solidarität mit der Kirche am Berg. Das Wahrzeichen des Gäus fand Unterstützung bei Landeskirche, Landesregierung, Landkreis und bürgerlicher Gemeinde. Die Hilfsmaßnahmen wurden koordiniert im Verein zur Erhaltung der Stiftskirche Herrenberg e.V., dessen Vorsitz der Landrat des Kreises Böblingen, Landrat Dr. Reinhold Heeb, selbst übernahm, Oberbürgermeister Heinz Schroth und Dekan Dieter Gläsche wurden seine Stellvertreter.

 

Sanierung der Stiftskirche

Nun konnten die Statiker (Büro Prof. Wenzel) und Architekten (Büro Prof. Stockburger) an die Arbeit gehen. Der Kirche wurde ein Korsett verpasst, das für mindestens 100 Jahre Sicherheit bietet. Die marode Bausubstanz und der von einer Empore und von der westlichen Stützwand eingeengte Innenraum wurden mit Millionenaufwand grundlegend saniert.

 

Ruhepause

Acht Jahre später war das Werk vollbracht. Der Verein zur Erhaltung der Stiftskirche Herrenberg e.V. hatte zur Finanzierung wesentlich beigetragen. Um die Mitglieder nicht übermäßig zu strapazieren, legte man dann den Verein zunächst auf Eis. Die Mitgliederliste blieb zwar bestehen, aber es wurden keine Mitgliedsbeiträge mehr erhoben, bis nach 10 Jahren deutlich wurde: Die alte Stiftskirche brauchte ständige Unterstützung.

 

Neugründung

Im Jahr 1993 wurde deshalb der Verein wiederbelebt. Er sah seine Aufgabe nun darin, die Stiftskirche lebendig zu erhalten. In der Satzung liest sich das wie folgt:

㤠2 Aufgabe und Zweck

Der Verein hat den Zweck, mit Rat und Tat dazu beizutragen, dass die Stiftskirche zu Herrenberg in ihrer Bausubstanz und mit ihrer bestehenden und noch zu ergänzenden wertvollen Einrichtung als Kulturerbe gepflegt wird und für die Mitwelt und die Nachwelt erhalten bleibt. Der Verein unterstützt die Evangelische Kirchengemeinde Herrenberg bei der baulichen Unterhaltung der Stiftskirche und bei notwendigen Anschaffungen zur Erhaltung und Ergänzung der historischen Einrichtung einschließlich des im Turm eingerichteten Glockenmuseums und bei Ausstellungen zum Thema Kunst und Kirche sowie bei der Öffnung der Kirche für Besucher.“

 

Um die Stiftskirche lebendig zu erhalten, entwickelte der Verein in den folgenden Jahren eine rege Aktivität. Wesentlich wurde er dabei unterstützt von einer Gruppe ehrenamtlicher arbeitender Gemeindeglieder, die eine Bauhütte gründeten und vor allem den Aufbau und den Ausbau des Glockenmuseums Stiftskirche Herrenberg betrieben.

 

Erhaltungsmaßnahmen

Der Verein warb sodann um neue Mitglieder und um Spenden. Er konnte damit Schritt für Schritt die Restaurierungsarbeiten an den der noch erhaltenen wertvollen Stein- und Holzepitaphien vorantreiben. Außerdem übernahm der Verein die Pflege des alten Glockenbestandes und wurde Träger des neu entstandenen Glockenmuseums, das inzwischen bundesweite Bedeutung erlangt hat.

 

Kunstausstellungen

Einmal im Jahr organisiert der Verein zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde auf der Turmempore Ausstellungen zum Thema Kirche und Kunst.

 

Besucherdienst

Der Verein sieht seine Aufgabe auch darin, den vielen Besuchern der Stiftskirche Hilfe zu geben. Mitglieder des Vereins begrüßen die Besucher zu den regelmäßigen Öffnungszeiten der Kirche. Die Kirchenführer(innen) werden vom Verein ausgebildet. Im Jahr 2003 wurde ein gedruckter Führer durch das Glockenmuseum vom Verein aufgelegt.

 

Bausteine

Zur Information der Mitglieder und der Öffentlichkeit gibt der Verein zweimal im Jahr ein Informationsblatt mit dem Titel „Bausteine“ heraus.

 

 

Verein zur Erhaltung der Stiftskirche Herrenberg e.V.

Konto Nr. 103 55 00 Kreissparkasse Böblingen BLZ 603 501 30